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Zahnverschleiß

Abrasionen/Abfraktionen

Viele Patienten pflegen ihr Gebiss optimal und putzen die Zähne bis zu dreimal am Tag. Dadurch vermeiden sie die Bildung eines Biofilms und also auch die Entwicklung von bakteriell bedingter Karies. Nachteil dieser intensiven Pflege, insbesondere wenn sie mit harten Zahnbürste durchgeführt wird, ist ein Abrieb an der Zahnhartsubstanz. Besonders davon betroffen sind die Zahnhälse, der Übergang von Zahnschmelz zu Zahnwurzel. Die Rillen an diesen Stellen können sehr tief werden und zu Zahnhalsempfindlichkeiten und Zahnschmerzen führen (Keilförmige Defekte).  Hier kann es notwendig sein die Putztechnik zu  ändern und die Putzfrequenz zu reduzieren. Auch die Borsten der Zahnbürste sollten weich sein, und manchmal kann das Umsteigen auf eine Schallzahnbürste empfohlen werden. Eine individuelle Beratung sollte durch eine qualifizierte Prophylaxe-Mitarbeiterin durchgeführt werden.

Attritionen

Eine andere Form von Abrasion der Zähne, Attritionen, findet beim Zähneknirschen und Zähnereiben ( Bruxismus ) statt. Durch regelmäßiges Reiben der Zähne an bestimmten Stellen werden diese im Laufe der Jahre abgewetzt. Dieser Abrieb kann zu Empfindlichkeiten und sogar Zahnschmerzen führen.

Erosionen 

Neuerdings finden wir häufiger Zahnschäden, bei denen die Zahnhartsubstanz durch nicht-bakterielle Angriffe entstehen. Diese Erosionen bilden sich durch übermäßigen Konsum von säurehaltigen Nahrungsmitteln und Getränken (Cola z.B. hat einen pH-Wert von 2,6, Apfelschorle von 3-4). Das können saure Äpfel sein, aber auch leicht gesäuerte vermeintlich gesunde "Soft-Drinks" oder Säfte. Übermäßiger Stress, eine allgemeine Übersäuerung aber auch Bulimie oder gastro-ösophagaler Reflux z. B. können ursächlich für die Erosion von Zahnsubstanz sein. Hier hilft nur eine medizinische Ernährungsanamnese  um eine Strategie zu entwickeln, wie diese Erosionen verlangsamt oder verhindert werden können.

Folgende Faktoren beeinflussen das Risiko für Erosionen und sollten berücksichtigt werden:

  • Ess- und Trinkgewohnheiten
  • Die Qualität der Zahnhartsubstanz (Schmelz, Dentin, Wurzelzement)
  • Speicheleigenschaften wie Menge, Zusammensetzung, Pufferkapazität, Pellikelbildung u. a.
  • Die Einnahme von Medikamenten
  • Probleme mit dem Magen wie Aufstoßen, Anorexie oder Bulimie
  • Zusätzliche mechanische Belastungen durch Zahnbürste, Prothesenklammern, Knirschen der Zähne u.a.
  • Zahnpflegegewohnheiten (Häufigkeit, Zahnpasta, Spüllösungen u.a.)

Die Behandlung von Erosionen beinhaltet präventive und invasive Maßnahmen wie:

  • Ernährungsumstellung
  • Umstellung der Zahnpflege
  • Absetzen oder Umstellung von Medikamenten
  • Behandlung von Magenerkrankungen
  • Fluoridierungen
  • Versiegelung mit Kunststoffen
  • Kunststofffüllungen
  • Aufbau der Zähne mit Inlays, Teilkronen, Kronen oder Verblendschalen aus Keramik.

 

Quellen:
Deutsche Gesellschaft für Ästhetische Zahnmedizin // Deutsche Gesellschaft für Zahnerhaltung // Marinho VCC et al.: Fluoride toothpastes for children and adolescents for preventing dental caries (2003)

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