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TENS in der Zahnmedizin tens france


TENS zur Entspannung der Kaumuskulatur

+ TENS bedeutet Transkutane Elektrische Nerven-Stimulation

 

+ TENS findet in der Zahnmedizin drei Anwendungsmöglichkeiten 1

 

1. TENS zur Verringerung von muskulären Schmerzen

Grundsätzlich lässt sich die Wirkung von niedrigfrequenz-TENS (ca. 0,7 Hz) bei muskulären Schmerzen in drei Wirkungsweisen gliedern: Eine myogene, eine neurogene und eine vegetative Wirkung.

Durch die niedrigfrequenz-TENS gelingt es die hypertonischen Erregungsmuster der Motoneuronen zu hemmen und dadurch die Kaumuskulatur reproduzierbar zu relaxieren. Der aktivierende Einfluss von TENS auf die segmentale (spinale) und descendierende (supraspinale) Schmerzhemmung induziert wie bei der myogenen Wirkung eine Muskeltonusreduzierung. Vor allem die Aktivierung der descendierenden Hemmmechanismen ist eine Domäne der niederfrequenten TENS. Die stimulationsinduzierte Ausschüttung von Endorphinen wie Enkephalin, Dynorphin und ß-Endorphin konnte experimentell gut belegt werden. Grundsätzlich ist festzustellen, dass alle Formen peripherer oder zentraler, passiver Stimulation(TENS z.B.) sowie aktive, psychische und physische Leistungen das endogene schmerzhemmende System aktivieren können. Dies macht den Erfolg einer Vielzahl von funktionstherapeutischen Maßnahmen aus dem physikalische sowie dem komplementären Therapiespektrum erklärbar. Die vasoaktive, d.h. durchblutungsfördernde Wirkung von TENS schließlich, wird auf die Reduzierung nozifensiver, sympathischer Reflexe und auf den durchblutungsfördernden Effekt der Muskelpumpe zurückgeführt.

 

2. TENS zur Ermittlung einer muskulär entspannten Bisslage

TENS-Therapie kann in der Zahnmedizin noch zu einer weiteren Indikation angewendet werden, der muskelgeführten, „myozentrischen“ Bissregistrierung nach Jankelson. Nach 30-45 Minuten bilateraler, rhythmischer, elektrischer Stimulation (TENS-Therapie) des Nervus Trigeminus bei 0,67 Hz stellt sich ein guter Entspannungs- und Deprogrammierungseffekt in der Kaumuskulatur ein, nachweisbar im EMG. Dadurch ist es möglich für die Aufbissschiene eine Unterkieferlage zu ermitteln, bei der sich Kau- und Kopfmuskulatur in einem maximalen Entspannungszustand befinden. Diese leicht protrusive und häufig mit einer Bisshebung verbundene Okklusalrelation hat sich als höchst effektiv in der Reduktion von myofaszialen Schmerzen erwiesen. Diese „Craniomandibuläre Orthese“ hat sich nicht nur als probates Schmerztherapeutikum bewährt, in manchen Fällen ist eine prothetische Rehabilitation in dieser Bisslage notwendig, um dem Patienten dauerhaft aus seiner strukturell pathologischen Situation heraus zu nehmen. Das International College of Cranio-Mandibular Orthopedics (ICCMO) hat es sich zur Aufgabe gemacht, diese neuromuskulären Zusammenhänge zwischen Bisslage und Körperhaltung mit TENS zu studieren und in der Therapie umzusetzen.

3. TENS zur Elektroanästhesie

Durch das Anbringen von zwei Elektroden in den Bereich, der betäubt werden soll, fließt ein schwacher Strom. TENS regt so die Nerven zur Ausschüttung von Neurotransmittern an, was den Schmerz unterdrückt. Diese TENS-Anästhesie hat den Vorteil, dass die Wirkung nach Abschalten des Gerätes sofort aussetzt. Der Nachteil von TENS-Anästhesie ist die begrenzte Schmerzverringerung und der Einsatz nur bei schmerzarmen Eingriffen.

 

 

Weitere Informationen zu TENS und kraniomandibuläre Dysfunktion

 

(1) Schwenk von Heimedahl, A.: TENS: Eine Literaturübersicht. JCranioFunct 2011

 

Keyword: TENS, Zahnmedizin


Seite wurde zuletzt aktualisiert am: 11.10.2011
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