Gingivitis, Parodontitis
Zahnfleischentzündung Parodontose
Bei der Gingivitis, Parodontitis (Erkrankung des Zahnhalteapparates) geraten unser Zahnfleisch und der Kieferknochen, in den die Zähne eingebettet sind, in Mitleidenschaft. Das heimtückische an dieser Erkrankung ist der stille und schmerzfreie Verlauf. Das Zahnfleisch und der Knochen ziehen sich zurück, der Zahn lockert sich bis er Beschwerden macht und entfernt werden muss. Zusammen mit der Karies ist die Parodontits sehr verbreitet und gilt als Volkskrankeit in der Mundhöhle.
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Zahnfleischentzündung durch |
Wird nicht behandelt, zerstört die Entzündung den Knochen. Taschentiefe 4-10 mm |
Hat die Entzündung den Knochen zerstört, ist eine Behandlung nicht mehr möglich. Der Zahn muss enrfernt werden |
Was sind die Ursachen für diese Parodontitis (umgangsprachlich Parodontose) ?

Alarmzeichen für Parodontitis
Zahnfleischbluten, Mundgeruch, Belagbildung
Schlechte Lebensbedingungen inmitten einer immer stärker belasteten Umwelt, sowie eine Selbstvergiftung durch Ernährungsfehler, Alkoholmissbrauch und Rauchen führen häufig zu einer Zerstörung des Zahnhalteapparates. Starker Stress kann durchaus auch zu Entzündungen des Zahnfleisches führen (Stresshormone). Menschen in schwierigen Lebenssituationen weisen häufig starke Entzündungen im Mundbereich auf. Allgemeinerkrankungen wie Diabetes, AIDS und andere Immunerkrankung haben häufig Parodontitis zur Folge. Die Parodontitis ist also keine natürliche Alterserscheinung, sondern eine Erkrankung unter vielen, die ein Hinweis auf eine allgemeine Belastung des Immunsystems darstellt, insbesondere des Darmes. Hormonelle Veränderungen während der Pubertät und der Schwangerschaft führen zu leichten Zahnfleischentzündungen und sind aber in der Regel reversibel.
Meist ist der Verlauf der Parodontitis schleichend, in seltenen Fällen tritt allerdings eine agressive Form auf, die insbesondere jüngere Patienten betreffen können.
Wie kann Parodontitis die Gesundheit beeinflussen?
Wie kann der Zahnarzt die Parodontitis rechtzeitig erkennen?
Wie wird die Parodontitis behandelt?
Die Parodontitis wird nach einem Stufenplan behandelt:
Zunächst wird das Gebiss optimal von harten und weichen Belägen gereinigt. Anschließend findet eine intensives Training der Zahnpflege mit Motivation durch Aufklärung der Zusammenhänge statt(1). Bei der Nachkontrolle nach einigen Wochen, werden die restlichen Beläge beseitigt, die Zahnpflege überprüft und der Patient remotiviert. In den meisten Fällen hat sich dann das Krankheitsbild der Parodontitis deutlich gebessert, manchmal ist sie sogar verschwunden. Wenn überstehende Füllungsränder oder Kronen eine Zahnpflege verhindern, sollte an diesen Stellen eine Korrektur durchgeführt werden.
Wenn weiterer Behandlungsbedarf besteht, wird der Zahnarzt die Zahnfleischtaschen gründlich unter lokaler Anästhesie reinigen (Geschlossene Kürettage). Meistens kann der Patient so nach einigen Monaten geheilt nach Hause geschickt werden. Er muss allerdings in regelmäßigen Abständen Kontrolle und Reinigungen durchführen lassen, sonst ist das Behandlungsergebnis nicht stabil.
Bei schwierigen Krankheitsbildern sind kleine Operationen am Zahnfleisch notwendig (Offene Kürettage), mit oder ohne Antibiotika. In vielen Fällen können hier sogar therapieresistente Parodontitiden verlangsamt oder gestoppt werden.
Neuerdings gibt es auch chirurgische Techniken, die den Knochen in speziellen Fällen wieder zum Wachsen anregen können. "Regenerative Verfahren" nennt man diese Techniken in der Parodontologie, wenn der zerstörte Zahnhalteapparat auf biologische Weise wieder hergestellt wird. Dabei wird ein körpereigenes Protein (Amelogain), welches vom Körper nur in der Zahnentwicklung produziert wird, durch den/die Zahnarzt/Zahnärztin eingebaut. Dieses Amelogain führt zur Wiederherstellung von Zahnzement, Fasern und Kieferknochen wenn es auf die Zahnwurzel aufgetragen wird.
In nicht allzu ferner Zukunft werden Methoden aus der Gentechnologie immer mehr Möglichkeiten eröffnen.
Wie kann man der Parodontitis vorbeugen?
Um Zahnfleischentzündungen und Parodontitis vorzubeugen ist eine perfekte Entfernung des Zahnbelags unerlässlich. Diese Mundhyhiene des Patienten wird von speziell ausgebildetem Fachpersonal in der Zahnarztpraxis trainiert und kontrolliert. Häufig ist auch eine regelmäßige professionelle Zahnreinigung alle 3-6 Monaten notwendig, insbesondere wenn genetische oder andere Risikofaktoren das Krankheitsbild erschweren(2). Mundwässer sind hier kein Ersatz für eine optimale Belagsentfernung.
Die kontinuierlich Mitarbeit des Patienten ist also unerlässlich um die Zähne lebenslang zu behalten.
Quellen:
+ Deutsche Gesellschaft für Parodontologie
(1) Renz A et al.: Psychological interventions to improve adherence to oral hygiene instructions in adults with periodontal diseases (2007)
(2) Beirne PV et al.: Routine scale and polish for periodontal health in adults (2007)
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