Karies

Der Zahnschmelz ist für ein ganzes Leben angelegt, und unter artgerechter Umgebung bleibt er auch kariesfrei. Was ihm so zu schaffen macht, sind andauernde Säureangriffe durch die Kombination von ungünstiger Ernährung und Belagsbildung. Die Säuren werden von Bakterien produziert, die in der Mundhöhle natürlich vorkommen und sich nur durch das Überangebot an Nährstoffen außerordentlich vermehrt haben. Diese Mikroorganismen verwerten die Kohlenhydrate, die sich in der zucker- und stärkehaltigen Nahrung befinden und scheiden dabei Säure aus. Diese Säuren lösen die Mineralien aus dem Zahn heraus und führen erst zu Entkalkungen.

Nach und nach entwickelt sich aus den Entkalkungen Karies. Bei optimaler Mundhygiene und regelmäßiger professioneller Zahnreinigung kann allerdings keine bakteriell bedingte Karies mehr entstehen, auch wenn Süßigkeiten konsumiert werden.

Karies
Der Preis unseres Wohlstandes. Karies hat den Zahnschmelz zerstört.

Der/Die Zahnarzt/ärztin hat verschiedene Möglichkeiten, Karies festzustellen. Zuallererst schaut er/sie mit Sonde, Spiegel und Lupenbrille nach typischen Verfärbungen und Entkalkungen. Zusätzlich ist es oft notwendig, anhand von Röntgenaufnahmen und einer Durchleuchtung mit Kaltlicht versteckte kariöse Defekte zu finden.

Karies Karies Karies

> So bahnt sich Karies seinen Weg durch den Zahn. <


Abrasionen/Abfraktionen

Viele Patienten pflegen ihr Gebiss optimal und putzen die Zähne bis zu dreimal am Tag. Dadurch vermeiden sie die Bildung eines Biofilms und also auch die Entwicklung von bakteriell bedingter Karies. Nachteil dieser intensiven Pflege insbesondere wenn sie mit harten Zahnbürste durchgeführt wird, ist ein Abrieb an der Zahnhartsubstanz. Besonders davon betroffen sind die Zahnhälse, der Übergang von Zahnschmelz zu Zahnwurzel. Die Rillen an diesen Stellen können sehr tief werden und zu Zahnhalsempfindlichkeiten und Zahnschmerzen führen (Keilförmige Defekte).  Hier kann es notwendig sein die Putztechnik zu  ändern und die Putzfrequenz zu reduzieren. Auch die Borsten der Zahnbürste sollten weich sein und manchmal kann das Umsteigen auf eine Schallzahnbürste empfohlen werden. Eine individuelle Beratung sollte durch eine qualifizierte Prophylaxe-Mitarbeiterinn durchgeführt werden.

Abrasion
Abrasion/Abfraktion der Zahnhälse und Zahnfleischrückgang
durch starken Anpressdruck der Zahnbürste und Zähneknirschen

                     Attritionen

Eine andere Form von Abrasion der Zähne, Attritionen, findet beim Zähneknirschen und Zähnereiben ( Bruxismus ) statt. Durch regelmäßiges Reiben der Zähne an bestimmten Stellen werden diese im Laufe der Jahre abgewetzt. Dieser Abrieb kann zu Empfindlichkeiten und sogar Zahnschmerzen führen.

Abrasion
Attritionen der Schneidekanten durch Zähneknirschen

Hier kann sinnvoll sein diese ungünstigen Kieferbewegungen am Tag umzuprogrammieren. "Lippen geschlossen, Zähne auseinander" ist hier die Devise. Finden die Schäden hauptsächlich in der Nacht statt, sollte ein Schutz über obere oder untere Zähne getragen werden. Diese Okklusionsschiene wird individuell in der Zahnarztpraxis angefertigt und sollte spannungsfrei und angenehm zu tragen sein.

Erosionen

Erosion
Entkalkung (Erosion) durch saure Getränke (hier zitronenhaltiges Mineralwasser)

Neuerdings finden wir häufiger Zahnschäden, bei denen die Zahnhartsubstanz durch nicht-bakterielle Angriffe entstehen. Diese Erosionen bilden sich durch übermäßigen Konsum von säurehaltigen Nahrungsmitteln und Getränken (Cola z.B. hat einen pH-Wert von 2,6, Apfelschorle von 3-4). Das können saure Äpfel sein, aber auch leicht gesäuerte vermeintlich gesunde "Soft-Drinks" oder Säfte. Übermäßiger Stress, eine allgemeine Übersäuerung aber auch Bulimie oder gastro-ösophagaler Reflux z. B. können ursächlich für die Erosion von Zahnsubstanz sein. Hier hilft nur eine medizinsche Ernährungsanamnese  um eine Strategie zu entwickeln, wie diese Erosionen verlangsamt oder verhindert werden können.

Erosion Abrasion

Erosionen durch Säuren +  Abrasionen durch falsche Putztechnik kombiniert über Jahrzehnte

Folgende Faktoren beeinflussen das Risiko für Erosionen und sollten berücksichtigt werden:

+ Ess- und Trinkgewohnheiten
+ Die Qualität der Zahnhartsubstanz(Schmelz, Dentin, Wurzelzement)
+ Speicheleigenschaften wie Menge, Zusammensetzung, Pufferkapazität, Pellikelbildung u.a.
+ Die Einnahme von Medikamenten
+ Probleme mit dem Magen wie Aufstoßen, Anorexie oder Bulimie
+ Zusätzliche mechanische Belastungen durch Zahnbürste, Prothesenklammern, Knirschen der Zähne u.a.
+ Zahnpflegegewohnheiten(Häufigkeit, Zahnpasta, Spüllösungen u.a.)

Die Behandlung von Erosionen beinhaltet präventive und invasive Maßnahmen wie:

+ Ernährungsumstellung
+ Umstellung der Zahnplege
+ Absetzen oder Umstellung von Medikamenten
+ Behandlung von Magenerkrankungen
+ Fluoridierungen
+ Versiegelung mit Kunststoffen
+ Kunststofffüllungen
+ Aufbau der Zähne mit Inlays, Teilkronen, Kronen oder Verblendschalen aus Keramik.

Quellen:
+ Deutsche Geselllschaft für Ästhetische Zahnmedizin
+ Deutsche Gesellschaft für Zahnerhaltung
 

(1) Marinho VCC et al.: Fluoride toothpastes for children and adolescents for preventing dental caries (2003)

 



Keywords: Karies - Erosionen - Abrasionen - Mundhygiene - Zähne putzen - Säure - Bakterien -


diese Seite drucken

Seite wurde zuletzt aktualisiert am: 23.11.2013
Diese Web Seite ist von der Health On the Net Stiftung akkreditiert: Klicken Sie, um dies zu überprüfen Wir befolgen den HONcode Standard für vertrauensvolle Gesundheitsinformationen. Kontrollieren Sie dies hier.